Philosophisches

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Die jetzige Zeit hat dringenden Bedarf an Philosophie.
 1.



Von: philhumor
BookRix-VIP

2614 Gruppenforen-Beiträge
Die jetzige Zeit hat dringenden Bedarf an Philosophie.

Die jetzige Zeit hat dringenden Bedarf an Philosophie.
Doch dass man die Philosophie vermisst – das bemerkt man erst, wenn man mit dem Philosophieren beginnt.

Die Philosophie als Mutter aller Wissenschaften – ist sie nun altersschwach und wird ins Altersheim abgeschoben?
Ihre Kinder sind groß und stark geworden: Die stolze Mathematik, die übermütige Medizin, die rasant voranschreitende Genetik und ihre unzähligen Geschwister: sie alle brauchen die Philosophie nicht mehr?
Haben sich abgenabelt von ihr. Frei und unbekümmert wollen sie jeder für sich auf eigenen Beinen stehen. Doch mitunter werden diese Beine ihnen schwach. Dann greifen sie taumelnd nach Halt.
Und wer fängt sie auf? Wer hat Rat in extremen Situationen, wenn keine Hypothese den neuen Durchbruch schaffen will? Dann berät sie die gute Mutter Philosophie, empfängt sie mit weiten Armen und gibt ihren Kindern die Möglichkeit mit erweitertem Blickfeld und mit verändertem Blickfeld auf sich selbst zu schauen.

Die Philosophie ist keine Landschaft, in der man einzelne Gebiete erkundet, erforscht, versteht und dann diese Gebiete herausreißt aus der Philosophie-Landschaft und sie zu eigenständigen Territorien und Staaten erklärt: das Hoheitsgebiet der Physik oder das der Biologie darf nimmermehr von der Philosophie betreten werden? Absolutes Besuchsverbot für die Philosophie!?

Vielmehr sind die einzelnen Wissenschaftsgebiete eingebettet in die Philosophie und verbleiben dort. Von dorther beziehen sie ihre Kraft und sind dort verbunden mit allen übrigen Wissenschaftsgebieten – und rege Kommunikation und Informationsaustausch kann stattfinden zwischen den Wissenschaftsgebieten untereinander. Man versteht sich, weil man die gemeinsame Sprache spricht, sich denselben Zielen verpflichtet fühlt: der Wahrheit und der Erkenntnis näher zu rücken – sich im gemeinsamen Verbund dieser Wahrheit schrittchenweise nähernd.

Gruß
Phil Humor

Erstellt: am 13.09.2010 um 02:31:04


Dank Philosophie und Humor kommt mir das Leben lebenswert vor.



 2.



Von: Gelöschter Account
Lieber Philhumor, die einzelnen Wissenschaften sind aus ihrer...

Lieber Philhumor,
die einzelnen Wissenschaften sind aus ihrer philosophischen Mutter hervorgegangen, aber sie haben ihre Mutter gewissermaßen auch aufgefressen.
In den heutigen Wissenschaften wird die Philosophie nicht mehr benötigt. Geisteswissenschaftler anderer Fächer machen sich ganz zurecht über Philosophen lustig, da sie sich nahezu ausschließlich mit ganz fruchtlosen Dingen beschäftigen. Philosophen denken noch immer in schwindelerregenden Höhen über Ontologie nach, also dem Ding an sich, während parallel dazu alle anderen Wissenschaften unglaubliche Fortschritte nachen.
Einzig in Ethikfragen werden noch ab und zu Philosophen gehört, sonst nicht mehr. Es hat sich in unserer Welt eigentlich ausphilosophiert. Der Medizinmann des Dorfes gerät in Misskredit, wenn im Nachbardorf ein modernes Krankenhaus eröffnet wird.

Philosophie funktioniert ja so: Man denkt über ein Problem nach, liefert überzeugende Annahmen und versucht darüber eine Antwort zu folgern. Es fehlt immer der naturwissenschaftliche Beweis.
Die altgriechische Vorstellung, unsere Welt bestünde aus Feuer , Wasser , Luft und Erde , ist naturlich grob fehlerhaft und naiv, vergleicht man sie mit den 4 physikalischen Grundkräften, von denen die moderne Physik ausgeht.
Ein heutiger Wissenschaftler, der Erkenntnisse sammeln will, überprüft alles im Experiment. Hält die Erkenntnis dem Experiment stand, ist sie eine, sonst nicht.

Erstellt: am 13.09.2010 um 02:59:15
Letzte Änderung: am 13.09.2010 um 03:02:10



 3.



Von: Gelöschter Account
Nun, tantehenni,

Deine Wortwahl Erkenntnis als Ziel eines Experimentes zeigt, wie Begriffe der Philosophie (Erkenntnis) und Begriffe aus der angewandten Naturwissenschaft (Experimente) fälschlicher weise vermengt werden. Ein Experiment führt zu "Ergebnissen" aber niemals zu Erkenntnissen! Ich denke, das mit der Philosophie als Mutter aller Wissenschaften ist doch etwas komplizierte, als dass man es so einfach, wie hier versucht, darstellen könnte. Was uns Laien die Diskussion, was Philosophie eigentlich ist noch zusätzlich erschwert, ist der Umstand, dass sie im Laufe der Menschheitsgeschichte vielen Moden unterworfen ist. Mit der Philosphie ist es wie mit der Bibel, es gibt keine Meinung, die sich nicht irgendwie mit einem Bibelzitat oder dem Ausspruch irgendeines beliebigen Philosophen belegen ließe. Die Auswahl an verschiedensten Bewertungen der Welt als Ganzes und des Menschen an sich durch die Philosophie ist inzwischen riesengroß!

Erstellt: am 13.09.2010 um 11:07:28



 4.



Von: Gelöschter Account
Deine Wortwahl Erkenntnis als Ziel eines Experimentes zeigt,...

Deine Wortwahl Erkenntnis als Ziel eines Experimentes zeigt, wie Begriffe der Philosophie (Erkenntnis) und Begriffe aus der angewandten Naturwissenschaft (Experimente) fälschlicher weise vermengt werden. Ein Experiment führt zu "Ergebnissen" aber niemals zu Erkenntnissen!


Da verwechselst Du in diesem Zusammenhang einiges. Ob Wikipedia sagt, Philosophie sei erkenntnis- und Naturwissenschaft ergebnisorientiert interessiert z.B. den Astronauten oder den Atomphysiker wenig. Die wollen ein Instrumentarium, welches möglichst genau die Naturgesetze durchdringt, weil sie auf theoretischer Grundlage praktische Anwendung durchführen wollen. Mit den Erkenntnissen Feuer , wasser, Luft und Erde als Prämisse, lässt sich nicht einmal eine Dampfmaschine betreiben.
Mit den vier Grundkräften als Voraussetung moderner Physik kann man zum Mars fliegen und den Planeten erforschen.

Der Anfangsbeitrag richtete sich auf die Fragestellung, warum nicht mehr soviel philosophiert werde. - Bitte lesen!
Meine Antwort darauf war zusammengefasst: Weil die Ergebnisse der Philosophie in den heutigen Wissenschaften keine Rolle mehr spielen.
In der Naturwissenschaft führen Ergebnisse zu Erkenntnissen. Die können mehr oder weniger richtig sein.
Die Naturwissenschaften kümmern sich nicht um Ontologie und dem tieferen philosophischen Sinn. Was die Rakete als Ding an sich ist, ist dem Astronauten egal, er will nur, dass sie fliegt!
Die Erkenntnisse der Philosophie hätte erst gar nicht gestattet eine Rakete zu bauen.

Was uns Laien die Diskussion, was Philosophie eigentlich ist noch zusätzlich erschwert


Kennen wir uns?

Erstellt: am 13.09.2010 um 14:27:15
Letzte Änderung: am 13.09.2010 um 14:27:16



 5.



Von: helgas.
High Society Mitglied

4323 Gruppenforen-Beiträge
Hat die Philosophie heute noch Bedeutung?

In Politik und Wirtschaft leider kaum! Die einen denken, die anderen handeln, was hier einmal ganz versimpelt ausgedrückt ist.
Aber kann man deshalb die Philosophen in die Ecke als unbrauchbar definiert stellen?
Das würde ich als ganz schlimm bezeichnen. Man kann die Denker nicht deklassieren, weil sie zu erklären versuchen, weil sie verstehen wollen. Ich wünschte, sie würden in unserer Gesellschaft mehr Gewicht haben und man würde sie, ehe die Welt zu ihrem Nachteil manipuliert wird, mehr einbeziehen, ihren Rat hören. So philosophieren sie vor sich hin, werden scheinbar nur zum Spaß gehört und die "Macher" machen was sie wollen. Wie wir wissen wird die Erde so allmählich ruiniert. Die Philosophen sehen das, erklären es, verstehen es und sind machtlos.
Die anderen sehen es, verstehen es, lassen sich nichts erklären und machen weiter.
Es ist ein großes Elend. Ich wünschte die Philosophie hätte mehr Möglichkeiten. Ein frommer Wunsch! Übrigens muss Philosophie und Wissenschaft nicht gegensätzlich sein. Die Philosophie bestreicht ein weites Feld, denke ich.

Erstellt: am 13.09.2010 um 14:42:46



 6.



Von: Gelöschter Account
Es ist ein großes Elend. Ich wünschte die...

Es ist ein großes Elend. Ich wünschte die Philosophie hätte mehr Möglichkeiten. Ein frommer Wunsch! Übrigens muss Philosophie und Wissenschaft nicht gegensätzlich sein.


Das ist ein Widerspruch in sich. Die Philosophie hat den Einfluss, den sie sich selbst geschaffen hat, wie die Religion.
Wenn Du einen Tumor hättest, der operativ entfernt werden könnte, würdest Du dann mit Philosphen in Klausur gehen und über Sinn, tiefere Bedeutung der Erkrankung vor dem Hintergrund des Weltensinns debattieren oder würdest Du den Tumor von einem Chirurgen entfernen lassen wollen?
Das ist das Dilemma in dem die Philosophie steckt: Sie hilft nicht weiter.

Erstellt: am 13.09.2010 um 15:03:44
Letzte Änderung: am 13.09.2010 um 15:31:46



 7.



Von: Gelöschter Account
@ tantehenni

Das ist das Dilemma in dem die Philosophie steckt: Sie hilft nicht weiter.

Zu meinem Verständnis: Wenn die Philosophie also nichts hilft, welchen Sinn macht es denn dann für dich und aus deiner Sicht, zu philosophieren?

lieben Gruß
wollfrau

Erstellt: am 13.09.2010 um 15:49:08



 8.



Von: beetle
Hecht im Autorenteich

1046 Gruppenforen-Beiträge
Tumor

Wenn Du einen Tumor hättest, der operativ entfernt werden könnte, würdest Du dann mit Philosphen in Klausur gehen

ist es nicht Sinn der Philosophie, im Geiste zu erkennen, was (auch) für den Körper richtig ist?

Erstellt: am 13.09.2010 um 16:03:15



 9.



Von: Gelöschter Account
Zu meinem Verständnis: Wenn die Philosophie also nichts...


Zu meinem Verständnis: Wenn die Philosophie also nichts hilft, welchen Sinn macht es denn dann für dich und aus deiner Sicht, zu philosophieren?


Im Beitrag vor meinem hat helga ja indirekt bemängelt, dass nicht mehr genug philospiert werde. Ich glaube sie meinte eine Ethik -Diskussion.
Philosophie ist als Großmutter aller Wissenschaften in früheren Zeiten auch Ersatz für Naturwissenschaft gewesen, weil es noch keine exakten gab!
Heute vestehen viele Esotherik unter Philosophie.
Praktischen Nutzen kann man meines Erachtens schlecht aus Philosphie ziehen, mir fiele jedenfalls ad hoc kein Beispiel ein, höchstens Lust an der Erkenntnis.
Aber mit der Erkenntnis hat die Philosophie ja auch ihr Problem: Es gibt ja anscheinend keine endgültige, jede im Ansatz wirft mehrere neue auf, wobei niemals ein Endpunkt in Sicht ist. Also schon fast so wie Esotherik: Nichts könnte alles sein, aber ganz sicher ist, dass alles nichts ist!

Mit dem Erkenntnisanspruch in der Philosophie ist es so als sähen sich Säuglinge gegenseitig beim Versuch des Stemmens von Zentnergewichten zu. Als unbestritten gilt, dass kein Säugling es schaffen kann ein solches Gewicht zu stemmen, aber sie können debattieren, welche Möglichkeiten es näherungsweise gäbe, wenigstens rein theoretisch eins zu stemmen.

Fruchtbar ist Philosophie noch auf dem Gebiet einer gesellschaftlich- ethischen Diskussion, z.B. bei der Abtreibung, Sterbehilfe, industriellen Tierhaltung. Da lohnt es ehtische Standpunkte zu beleuchten.
Aber die Gefahr besteht, dass lediglich alles Zeitgeschmack ist. Es lassen sich auch immer dumme Vorurteile intellektuell so unterfüttern, dass man sie philosophisch "verkaufen" kann. Das ist alltägliches politisches Geschäft.

Eine andere Möglichkeit, die sich der Philosophie eröffnet, ist die Wissenschaftsphilosophie.
Genau so, wie die exakten Wissenschaften die Philosophie obsolet machten, kann sich die Philosophie Gebiete auch wieder zurück erobern.
Naturwissenschaft stößt ja schnell an eine Obergrenze. Wie es dahinter weitergeht, ist ja freie Spekulation. Damit dies nicht in freie Fantasie ausartet, sind die Maßgaben der Philosophie wieder brauchbar und hilfreich.
Liebe Grüße.

Erstellt: am 13.09.2010 um 16:38:41



 10.



Von: Gelöschter Account
ist es nicht Sinn der Philosophie, im Geiste...


ist es nicht Sinn der Philosophie, im Geiste zu erkennen, was (auch) für den Körper richtig ist?


Na ja, wenn Du in meinem Beispiel bleibst und Du unterstellst, ein langer pilosophischer Diskurs hätte am Ende nahegelegt, den Tumor entfernen zu lassen, dann wäre der Diskurs wahrscheinlich obsolet gewesen, denn das hätte der Arzt ja
sofort gesagt.
Nicht obsolet wäre die philosophische Diskussion, wenn man rein theoretisch unterstellt, es könne unter Umständen besser sein,am Tumor zu sterben.
Solche absurden theoretischen Betrachtungen sind philosophietypisch. Darum wendet sich mancher Denker auch mit Schaudern ab.

Erstellt: am 13.09.2010 um 16:50:55



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